Freitag, 11. März 2016

Ein altes Puppenhaus ...


… und die Spätfolgen:

Gestern habe ich endlich das alte Puppenhaus meiner Mutter 
vom Dachboden geholt. Denn schon seit einigen Jahren gibt es 
den Plan das renovierungsbedürftige Haus für eine Mäuse-
Halloween-Party zu nutzen. Doch bisher kam im Herbst immer 
etwas dazwischen, so dass sich die Mäuse & andere Partygäste 
bisher nur im 'Engel'-Rahmen aufhielten, oder vor ihrem 
Beutezug zur Einstimmung um die Hexenleuchte tanzten.

Doch im letzten Jahr konnte ich Herrn Hein dafür begeistern 
die Hexen- & Halloween-Mäuse am Morgen der Walpurgisnacht 
zum Blocksberg in den Harz fliegen zu lassen ... 

So bekam Hella, die kleine Buntsau auf der Teddybär Total 

Und vielleicht war das so gar nicht gartentaugliche Wetter 
daran schuld, dass sind wir seit dem letzten Wochenende 
nun total im Hexenfieber und weniger in Osterlaune sind. 
Denn am 30. April wollen unsere kleinen Mäuse jetzt wieder 
aufhalten lassen. Doch dafür muss es in diesem Jahr eine 
bessere Vorbereitung geben. So zum Beispiel eine Hexen-
Bibliothek & natürlich eine Hexenküche für das Flugbenzin.

Das hätte sich mein Urgroßvater sicherlich nicht vorstellen 
können, dass seine Puppenstube, die er Anfang der 40er Jahre 
für meine Mutter gebaut hatte, so eine Nachnutzung erfährt.
Aber sicherlich war es für ihn auch nicht vorstellbar, dass 
meine Mutter Ende der 60er für eine kindgerechte Gestaltung 
die alten Tapeten und Fußböden mit d-c-fix bekleben würde,
seine alten selbstgebauten und dunkelbraun gebeizten Möbel 
mit einem tannengrünen Lack 'verschönern' könnte, und die 
weißen Küchenhocker mit Pattex, Schaumstoff & Spitzen 
zeitgemäß gestalten würde. Und dann bekam auch noch 
die kleine Silke Plakafarbe in die Hände und pinselte 
den Dachgarten ganz grün 

Es muss wohl Mitte der 70er gewesen sein, als ich mich dann
nochmals für das alte Puppenhaus interessiert hatte. Denn 
damals gab es in der Orientierungsstufe eine Puppenhaus AG. 
Und während in der Schule ein Puppenhaus mit aufklappbarer 
Fassade aus Spanplatte entstand, lernte ich die Tischlerarbeit 
meines Urgroßvaters zu schätzen. Vorsichtig versuchte ich 
das d-c-fix zu entfernen und darunter kamen sogar noch Reste 
der alten Tapeten zum Vorschein. Aber leider klebten Wände  
und Böden fürchterlich nach. Und deswegen kam es wohl 
irgendwann im Renovierungsstau auf den Dachboden 

Nun stellt sich die Frage, wie sich alte grüne Plakafarbe schonend
vom Dachgarten entfernen lässt. Auch sind die Wände und Böden 
nach über 30 Jahren noch immer leicht klebrig. Und leider ist auf 
dem Transport die Treppe zum Dachgarten aus ihrer Verankerung 
gerutscht und dabei in 2 Teile gebrochen, so dass sie auf diesem 
Foto noch fehlt. Doch zum Glück ließ sie sich problemlos leimen 
und konnte bald darauf an ihren Platz zurückkehren.

Foto: S.Schneider

Nachtrag Samstag, 30. April 2016:
Heute ist Walpurgisnacht und kleine Mäuse bevölkern nun endlich 
das alte Hexenhaus …


Kommentare:

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Bei dem Puppenhaus muß ich an eine frühere Nachbarin denken, die so etwas im Garten an der Terrasse hatte. Das wurde, soweit ich weiß, aber nicht immer umdekoriert sondern behielt seine Ausstattung als museales Objekt in dem wundervollen Haus- und Gartenambiente. Das Puppenhaus war allerdings wohl noch älter und sehr verziert.

Dein Großvater hat vermutlich angenommen, Enkel bzw. Urenkeln werden einmal damit spielen, wie das üblich war. Ich habe aber auch in meinen Zwanzigern manchmal über Puppenstuben zur Deko nachgedacht. Doch damals wollte ich - noch - keine Kinder bzw. war der richtige Partner noch nicht in Sicht und irgendwie hat frau wohl so einen "Trieb" in sich stecken mit dem Pflegen, Bewahren, Nestbau & Co. - aber ich habe den Gedanken dann sehr schnell wieder verworfen, denn das hätte geheißen, ich hätte mich viel zu viel drinnen beschäftigen müssen. Bin viel lieber tanzen gegangen, hab gesportelt - nach Feierabend. Dann noch in der Stube hocken, das wäre mein Untergang gewesen. ;-) So blieb es bei der schönen Vorstellung. Später bastelte ich für meine Kinder eine Puppenstube aus Pappe. Etwas Beständiges wollten wir nicht, außer den Möbeln, die habe ich noch aufgehoben und die ganzen Kleinteile. Man weiß ja nie, falls doch noch Enkeln kommen sollten ...

- Inzwischen war das Wetter ja längst gartentauglich, Dir sicherlich zu heiß, aber ich nehme an, die Arbeit spannt Dich so ein, dass Du hier nicht mehr warst. Óder insgeheim stellst Du Deine Blogs auf Wordpress um? Seit ich gelesen habe,nur 3 Prozent aller Blogs in der ganzen Welt sind bei Blogger, stimmt mich das bedenklich, zumal Wordpress tatsächlich das bessere Programm ist.

Wie auch immer, irgendwann wirst Du sicherlich wieder auftauchen - bis dahin noch schöne Sommertage und liebe Grüße
Sara

Johanna Gehrlein hat gesagt…

Liebe Silke,
ich finde es gut, wenn Puppenhäuser nicht Museumsstücke werden, sondern der Zeit angepasst werden. Heute gibt es so herrliche Sachen für Puppenhäuser. Wenn du das Haus wieder herrichtest und für deine Mäuse nutzt, das hätte deinem Urgroßvater sicher Freude gemacht.
lg Johanna

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Nein, solange Blogger einigermaßen handhabbar bleibt, werden wir sicherlich nicht umziehen. Denn dann müßten wir das mit allen Blogs machen und die Zeit verbringen wir lieber mit Posten.

Die Zeit, die Du da beschreibst, da wäre ich sicherlich auch nicht auf die Idee gekommen mit einem Puppenhaus anzufangen. Eigentlich war die Zeit nach der Orientierungsstufe für mich beendet. Damals nahm ich an einer Puppenhaus-AG teil, aber das Ergebnis reichte überhaupt nicht an das Puppenhaus heran, das meine Mutter und der Mann meiner Patentante für mich gebaut hatten. Und schon damals wurde ich mit den unterschiedlichen Maßstäben konfrontiert. Denn in das Schulpuppenhaus passten nicht die Möbel aus dem Puppenhaus meines Urgroßvaters und auch nicht die selbstgebauten Möbel meiner Mutter. Und zum Möbelbau reichte die Schulzeit leider nicht mehr.

Ehrlich gesagt, hätte ich auch nicht erwartet, dass Wolfgang plötzlich so engagiert in das Thema Hexenhaus einsteigt. Denn zunächst war ich diejenige die sich für die kleinen Halloweenmäuse begeistern konnte. Aber irgendwann ist er in das Thema reingewachsen, und nun hat er mich mit seiner Detailiebe in dem Bereich schon längst mal wieder überholt ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Johanna
Ein paar Fehler der Vergangenheit wären besser nicht geschehen: Wie das blöde d-c-fix und meine Plakafarbe. Aber der der Sommerstaub hat schon gut 'entklebt' und den begrünten Dachgarten haben wir einfach mit Dekokies und Moos aufgefüllt. Und da das alte Haus mal Hexenhaus, Hafenspelunke und weihnachtlich geschmückte Räume beherbergen soll, werden wir die Wände so lassen wie sie sind und bei Bedarf nur tapezierte Pappen einstellen, die dann auch gleich noch die Verkabelung verbergen. Ob wir die fehlende Scheibe und das gesprungene Glas im erdgeschoß ersetzen, steht noch in den Sternen. Für ein Hexenhaus ist es so, wie es ist, ideal. Und im Weihnachtshaus verhüllen Gardinen die Fenster. Perfekt geht zwar anders, aber wir lieben es häufig multifunktional ...

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Da hatte ich mich wohl auch etwas falsch ausgedrückt. An Deko dachte ich damals so überhaupt gar nicht. Das wäre für mich auch so ein Andenken - also Kindheitserinnerungs-Objekt gewesen, das ich da gern stehen gehabt hätte und gelegentlich das eine oder andere daran verbessert, sofern ich Lust gehabt hätte. Mehr ein Antikes Teil im Wohnraum, wenn Du so willst ... Aber Deko in dem Sinne habe ich ja erst durch die Blogs kennengelernt. Wir hatten nie Deko in dem Sinne. Schon allein der Begriff *lach* Für uns war das was Überflüssiges. Klar, ein Jahreszeitenkommode oder -tisch für die Kinder, damit hatte es sich dann aber im Grunde auch schon. Mal eine schöne Vase.
Also so ähnlich wie die frühere Nachbarin und inzwischen Freundin das mit ihrem Puppenhaus handhabte, wie überhaupt mit so manchen Dingen, die sie wohl nie als reine Deko betrachten würde. Eher Sammler von Antikem und mit hohem Andenkenwert. Dennoch wirkts bei denen nicht museal im Sinne von verstaubt. Für mich war das aber nichts, das viele Putzen. ;.-) Und da ich auch sehr viel unterwegs war, kam ich über sowas immer wieder hinweg.
Aber Enkel würden sicher mal ein richtig "schönes" Puppenhaus bekommen, so sie es dann wollten. Meist denken Kinder ja ganz anders als ihre Eltern und wollen dann gerade das Spartanische für ihre eigenen Kinder, schon als Lehrobjekt.
Tja - inzwischen warst Du ja wieder aufgetaucht, nur war ich ein bisserl abgetaucht - nach Instagram ...
Ist ja schön, wenn man solch ein Hobby gemeinsam pflegen kann. Bei uns ist as beiden nicht - bei mir auch nicht mehr .... ich wüßte jetzt echt nicht, ob ich große Lust hätte, mit Enkeln Puppenhaus zu spielen. Ganz im Ernst! Habe ich ja mit meinen Kindern so viel gehabt und das Gleiche noch mal in grün - echt stressig! ;-) och wer weiß, wie es DANN wäre .... man soll schließlich nie "Nie" sagen!" :-)
Ich wünsch' Dir noch alles Gute für das Neue Jahr! Gesundheit vor allem und daß es ein glückliches, erfülltes Jahr wird für Euch!

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Da denkst Du wohl ähnlich wie meine Mutter ;-) Mit Puppen spielen hat das, was wir da veranstalten aber eigentlich gar nichts zu tun. Es ist eher die Freude am Perfektionieren, Umdekorieren und Geschichten erzählen.
Die Vorstellung, dass so ein Haus jahrelang fast unverändert rumsteht und zustaubt, würde mich fürchterlich nerven. Zwar muss ich ganz ehrlich zugeben, dass uns das Hexenhaus tatsächlich durch diverse Umstände bis Weihnachten total zugestaubt war, da es im Durchzug vom ständig geöffneten Küchenfenster zur Gartentür stand. Aber das verlieh ihm einen einzigartigen Charakter, so dass es an Halloween noch perfekter und gruseliger aussah, als wir es jemals selbst hätten anschmuddeln können. Selbst echte Spinnenweben gab es im Haus ;-) Das Saubermachen hat dann zwar etwas länger gedauert, doch ein Putzproblem habe ich damit nicht. Und auch Wolfgang nimmt sich dann gern die Zeit die Gegenstände zu säubern oder pustend zu entstauben.
Und es ist ja nicht nur ein Hexen-/Halloween-Haus. Das angesammelte Mobiliar & die maritimen Accessoires lassen sich auch prima für eine Hafenspelunke umfunktionieren. Und an dem Weihnachtshaus, das zur Zeit nur provisorisch gefüllt ist, werden wir wohl noch am Wochenende voll Freude etwas weiter werkeln.
Schon bei der Eisenbahn war der Aufbau viel schöner als die fahrfertige Bahn, wo nur noch Züge getauscht und rangiert werden konnte. Das Verändern und Umnutzen macht den Reiz aus.
Ebenso, wie ich erzgebirgische Figuren nicht alle Jahre in der gleichen Formation aufstellen würde, sondern mich freue, wenn die Figuren durch Bäume, Büsche und Häuser ergänzt werden …

Wann ich hier auf dem Blog & bei Wildwuchs wieder auftauche, steht noch in den Sternen. Denn seit dem 2. Weihnachtstag ist die Maus krank und jeden 2. Tag sind wir nun wegen einer Antibiotika-Spritze beim Tierarzt. Ende November hatten wir gehofft, dass eine einmalige Gabe reichten würde, aber sie erholt sich nicht wirklich und immer wieder kam es zu Rückfällen. Wenn es ihr hoffentlich bald etwas besser geht, stehen einige Tests an. Daher werde ich wohl zunächst mal wieder den Katzenblog füllen. Zumal Allegra mir gestern auf die Festwiese in der Mäuse-Deko pinkeln wollte. Doch da sie heute früh schon wieder Durchfall hatte, ist das wohl 'nur' eine Folge eines verstellten Blutzuckerspiegels - irgendwas ist immer ;-(

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Nee, so war das nicht gemeint. Das Spielen bezog sich auf eventuelle Enkel und meine eigenen Kinder - früher ...Nur ich brauch' kein Puppenhaus mehr, auch wenn ich Puppenhäuser natürlich sehr schön finde! Für mich wäre es überflüssiges Zeug, um das ich mich dann auch noch zu kümmern hätte. Bin froh, daß ich unseren Kram gerade so bewältige. Ich könnte das nur mit Putz- oder Zugehfrau, da ich sonst gar nicht mehr hinaus käme.
Also kommt nch mehr hinstellen für mich nicht mehr infrage bzw. müßte anderes dafür jeweils weichen. - Ich verstehe aber, wenn jemand, wie auch meine Freundin, sich ein Puppenhaus oder mehrere zu seiner Augenfreude oder aus anderen Gründen in die Wohnung stellt. Da hat ja jeder andere Prioritäten und auch Möglichkeiten. Meine Freundin hat die Dinge auch nie permanent so stehen, wie sie da stehen, da wird auch schon immer mal was verändert. Nicht ständig, aber gelegentlich bzw. jahreszeitlich.
Was die Eisenbahn betrifft, mußte ich gerade schmunzeln ... das war bei meinem Mann so ähnlich, der mal an einer Anlage für unseren Sohn baute, die nie fertig wurde, was mich wiederum unheimlich nervte! ;-) Auch, da sie viel Platz wegnahm. Ich kann mir natürlich vorstellen, daß eine fertige Anlagen dann irgendwann langweilig wird, aber das ist ja mit eigentlich allen Dingen so. ;-) Bei mir ist das ein wenig anders - alles wird auch nicht genauso gemacht, aber ich bin - wie ich ja schon mal schrieb - ziemlich dekotreu. Manches wird immer wieder so gemacht, wie es schon immer war. Das hat für mich etwas Heimeliges, ich mag das so! Draußen in der Natur und im Leben als solches verändert sich schon genug, da muß es sich nicht bei den Gegenständen, die ich besitze, noch verändern, die dürfen auch gern "ewig" da stehen (nicht alle, aber doch manche).
Das schreibe ich jetzt auch nur alles so, um zu verdeutlichen, wie das bei mir so ist und nicht, um irgendwas zu kritisieren! Ich mag es ja - im Gegenteil - sehr, wie es bei Dir/Euch ist! :-) Nur - etwas bei Anderen anschauen oder selbst damit leben sind eben zwei Paar Schuhe. Aber bei Besuchen, wie z.B. bei meiner Freundin, habe ich damit kein Problem, im Gegenteil, das ist für mich eine andere, wunderschöne Welt, in die ich gern mal eine Zeitlang abtauche - nur nicht auf Dauer!
Och die arme Maus! Wenn Katzen alt werden - unsere Kitty ist auch nur noch ein Gerippe. :-( Sie ist nun 16 und will nicht mehr so recht fressen. Hast wohl was an der Schilddrüse, erbricht häufig und schläft sehr viel. Alles traurig ...

Liebe Grüße, alles Gute! Und auch noch für das Neue Jahr!
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ja, wir unterscheiden uns wirklich sehr. Und ich frage mich worklich nach all' den Jahren wie oft und unter welchen Posts das immer wieder nochmals betont werden soll ... ;-)

Denn mich wird man/frau kaum davon abbringen diese Haus- & Gartenhocker-Mentalität abzulegen. Dafür müsste ich mich zu sehr verbiegen, und wäre dann eigentlich nicht mehr ich. Das habe ich besonders wieder in dieser Weihnachts-/Winterzeit festgestellt. So einfach in Lümmelklamotten in Ruhe rumpusseln und sich immer wieder darüber freuen wie schön alles zusammenpasst. Dann später passende Kartons im Fundus finden, um die Dinge so zu verpacken, dass sie auch für andere Ideen/Themen gut erreichbar sind, und schon beim Verpacken die Vorfreude aufs nächste Mal voll auskosten. Das bringt uns einfach die Ruhe und Entspannung, die wir am Nötigsten brauchen. Und wenn dann noch unsere Katzen interessiert dazwischen rumwuseln tut uns das einfach gut.
Und es ist sehr schade, dass wir vorgestern zunächst mal die Mäuse-2-Raum-Wohnung vom Küchentisch nehmen mussten, damit ich endlich wieder mit der dringend erforderlichen Verwaltung weitermachen konnte. Aber zum Wochenende werden wir uns wohl nochmals den Luxus erlauben andere Szenarien 'durchzuspielen'

Mit einem Kind so ganz normal - wie es inzwischen eigentlich beim Puppenhaus gedacht ist, zu spielen, stelle ich mir recht schwierig vor. Ich habe damals eigentlich gern allein darin gespielt und experimentiert. Daher steht mir auch nicht der Sinn danach dabei erzieherisch zu beeinflussen wie nun eine Einrichtung aussehen soll oder ein Haushalt geführt wird. Ebenso wenig mag ich es nur nach kindlicher Anweisung zu handeln/spielen ...
Bei einem alten bespielten Möbel-Konvolut, das vor einigen Tagen von Ebay zu uns kam, fand ich im Wohnzimmerschrank auf Papier aufgemalte Brettspiele und dazu Papierschnipsel, die wohl als Spielsteine genutzt wurden. Das fand ich richtig schön, dass sich früher einmal ein Kind überlegt hatte, wie die Puppen dann Brettspiele im Miniaturformat bekommen könnten ohne gleich ein fertiges Spiel von den Eltern geliefert zu bekommen, was nur noch irgendwo aufgestellt werden musste.
Da gibt es eben viele spannende Möglichkeiten für Groß- & Klein, was man/frau mit solchen Miniaturwelten machen kann. Und da wir nun mal zumindest im Studium auch viel mit Modellbau zu tun hatten, aber dafür im echten Berufsleben kaum noch Bedarf besteht, können wir uns auf diese Weise zumindest einen Teil der Fähigkeiten und des Improvisations-Talentes noch gut erhalten. Wer weiß, wofür es später plötzlich doch noch nützlich sein kann …

Aber mir scheint, da hast Du dann eher Deine leicht erzieherische gesundheits- & bewegungsorientierte Sichtweisen-Brille auf. Und unsere Aspekte treten für Dich daher viel mehr in den Hintergrund. Du siehst dann eher das Problem des Steh-im-Weg, des Saubermachens und des stauraumfressenden Besitzes, den man für seine Gesundheit und körperliches Wohlbefinden doch eigentlich nicht braucht ;-)

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Ja, ich bewundere das ja doch bei Dir! Aber jeder ist anders!
Sowas ist schriftlich immer schwierig. Klar, für mich selbst habe ich vielleicht diese "Brille" auf, aber für mich ist es ja auch keine Brille sondern mein Bedürfnis und nach meinem ureigensten Bauchgefühl. Eigentlich sollte ich das gar nicht mehr erwähnen. Keine Ahnung, wie ich jetzt nochmal drauf kam. Sicher ist mir bewußt, daß nicht alle Menschen gleich sind, Gleiches tun, gleiche Bedürfnisse haben ...
Es ist schon so, wenn ich Puppenhaus sehe, weckt das bei mir sicherlich andere Assoziationen als bei Dir. Habe jetzt mal hochgescrollt ... stimmt, meine Erinnerung an die Zeit, als ich es mir schön vorgestellt hatte, ein Puppenhaus zu besitzen (als junge Erwachsene!), die ich dann jedoch nie realisiert habe (außer als die Kinder dann da waren, da fand ich es schön, wenn sie evt. mit einem Puppenhaus spielen würden) Im Geiste stellte ich mir als junge Erwachsene (noch ohne Kinder) jedenfalls vor, ein Puppenhaus in meiner Wohnung stehen zu haben, wie es wohl heute manche als reine Deko verwenden. Und doch hätte ich es nicht als Deko betrachtet sondern als Kindheits-Relikt, das ich einfach gern habe. Damit gemacht hätte ich aber kaum etwas, das Bedürfnis hatte ich zu der Zeit nicht mehr. Einfach nur angucken .... vielleicht aber hätte ich es durchaus jahreszeitlich angepaßt, denn das mache ich ja in unserem Haus auch, jahreszeitliche Deko und für die Puppenstube hatten wir auch immer z.B. Tannenzweige, ein selbstgebasteltes Tannenbäumchen ...

Was das Spielen betrifft, ich selbst habe - soweit ich mich erinnern kann - in der Puppenstube meiner Kindheit auch gespielt in dem Sinne, daß ich das erwachsene Leben wohl nachgeahmt habe, wie Kinder das halt so tun mit den Puppen und Materialien, Tellerchen, Schüsseln, Bestecke, Lampen an und ausknipsen, Besen, Eimerchen, Kehrblech ... Möbel, zum Teil selbstgebaut, Teppiche gewebt oder sogar nur aus Papier und angemalt (Kästchen für Kästchen nach Art eines Perserteppichs) ...
Aber ich hatte auch keine sehr umfangreiche Puppenstube. Zu der Zeit hat man sich vieles noch selbst gebastelt. Ein leicht gewölbter Knopf wurde so zum Teller oder zur Schale. Das fand ich eigentlich am allerschönsten, besser als diese vorgefertigten Dinge. Auch Bilderrahmen haben wir bspw. selber gebastelt, Mini-Bücher - mit meiner Schwester habe ich dann ja weitergespielt - bzw. ihr beim Spielen zugeschaut, da wir ja einige Jahre auseinander sind. Da ging es mir mehr um das Basteln und Verschönern ihrer Puppenstube. Es gab zu der Zeit auch noch nicht so viel Zubehör bzw. war für uns unerschwinglich. So kann es in dem Falle Deiner Brettspiele ja auch gewesen sein. - Ich halte es bei Kindern auch für viel schöner, wenn sie selber kreativ werden können.
Als kleines Kind spielte ich sogar teilweise mit Steinen, Blüten, all den Dingen aus der Natur. So viele Spielsachen wie meine Schwester später hatte, besaß ich nie. Ich vermisste das auch nicht. War ja immer draußen, zumindest im Sommer und da gab es alles, im Garten oder in der Natur, was ich zum Spielen brauchte. Gelangweilt habe ich mich nie, wie die späteren Kinder, die inmitten von Unmengen von Spielzeug saßen und nicht ein noch aus wußten.

Meine Schwester hat auch eher den Bezug zu detaillierteren Bastelarbeiten. Mir gelangen diese Dinge nie so, wie ich mir das gewünscht hätte, ich hatte auch nie so große Ambitionen darin. Modellbau finde ich toll, aber nur zum Anschauen, ich selbst habe für sowas wohl zwei linke Hände. Klar, daß Ihr da einen ganz anderen Bezug dazu habt, ähnlich wie meine Schwester ja auch, die heute noch mit Liebe näht, wo ich nie drauf käme. ;-) Auch, weil ich das Geschick einfach nicht besitze bzw. es mich nervös machen würde. Meine Mutter hat übrigens auch nie genäht, allerdings meine Großmutter väterlicherseits. Und doch sehe ich mir all diese Sachen gerne an, benutze manches, wenn ich es brauche ... und schön finde ...

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Meine Kinder haben ganz anders mit dem Puppenhaus gespielt. Vielleicht weil es Jungen sind ... mein Großer konzentrierte sich eher auf die Technik, Lampen, Elektrik ;-) Es wurde alles auseinandergenommen, auch Möbel ;-)Am phantasievollsten spielte noch der Jüngste, der überhaupt ein künstlerisch veranlagter Mensch ist mit dem Auge für Details und überaus geschickt. Das ist schon spannend, zu beobachten, wie unterschiedlich Kinder an die Dinge herangehen.

Bei uns prasselt es gerade ganz fürchterlich an die Scheiben ... und gestern hatte ich mit meiner Mutter so Einiges um die Ohren, da wurde es mal wieder spät. ;-) Hoffe, daß sich das da draußen bald legt, um noch ein Weilchen schlafen zu können.

Liebe Grüße
Sara