Samstag, 13. Dezember 2014

Silber-Service & Etagere ...



Ach, was habe ich es mir in den letzten Monaten mit diesem 
versilberten Service schwer gemacht! Es war mir sofort bei 
Wolfgangs Eltern vor vielen Jahren aufgefallen, als ich zum 
ersten Mal das Wohnzimmer betrat. Denn es stand gleich 
hinter der Wohnzimmertür rechts zwischen zwei Stühlen auf 
einem Beistelltischchen. Und es muss meiner Schwiegermutter 
sehr viel bedeutet haben, denn es blieb über all' die Jahre 
an diesem Platz und vereinnahmte fast den kompletten Tisch. 
Leider habe ich sie nie gefragt, von wem sie es bekommen 
hatte. Ob es ein Erbstück war?

Und so schön ich dieses Service auch finde, so passt es doch 
so überhaupt nicht in unserer Ikea-'Musterhaus' aus kastiger 
Birke, Ahorn-Immitat für Fensterbänke & Arbeitsflächen und 
den überall eingesetzten Tolomeo-Leuchten. Außerdem 
bevorzugen wir robusten Edelstahl statt empfindliches 
versilbertes Porzellan. Es wäre also immer nur ein Steh-im-
Weg gewesen, das stilmäßig in ein anderes Umfeld gehört.

Und dann gibt es da noch so ein Ereignis, dass mir immer 
wieder in den Sinn kommt, wenn ich das Service betrachte: 
Meine Schwiegermutter liebte kleine Kinder über alles. 
Und sie betonte immer wieder, dass sie es sehr schade fand, 
dass wir sie um die erhofften Enkel gebracht hatten. Und 
so war es immer besonders wichtig, dass die beiden Kinder 
ihrer Nichte zu den Geburtstagen erschienen. Deswegen 
wurde extra ein Spieltisch mit Kinder-Gartenstühlchen 
sowie Malsachen angeschafft. Und der Süßigkeitsteller bzw. 
die Chipsschalen waren auch immer viel zu verlockend. 
Doch Kinder finden stillsitzen und malen irgendwann 
fürchterlich langweilig. Denn schließlich muss die Zeit 
zwischen Kaffeetrinken und Abendessen irgendwie über-
brückt werden. Also wurde auch mal über den Rasen 
getobt und dabei versehentlich die Sylter-Windsack-
Gänse geköpft. Und wenn bei schlechtem Wetter das 
Toben dann in das großzügige Wohnzimmer verlegt 
wurde, rief meine Schwiegermutter ihnen plötzlich zu: 
'Passt auf das Tee-Service auf!'. Anstatt es an so einem 
Tag einfach wegzustellen 

Für Wolfgang hat jedoch nur der Barschrank - eine alte 
Vitrine, die Wolfgangs Eltern vor vielen Jahren gemeinsam 
restauriert hatten, eine besondere Bedeutung. Und mit 
dem versilberten Service verbindet er auch nur die hier 
geschilderte Erinnerung an die Geburtstage. Er hätte es 
demnächst wohl einfach nur weggegeben.

Doch dann viel mir glücklicherweise doch noch eine 
Verwendungsmöglichkeit ein, die für das Service zwar
zukünftig überwiegend ein Kistendasein bedeutet. 
Aber dafür einen umso glanzvolleren Auftritt in der 
Adventszeit: Es passt hervorragend zu den alten Ebay-
Elfpunkte-Engeln in der Kleiderkammer.

Wolfgangs Mutter im Laufe der Jahre gemacht hatten, 
entdeckte ich dann noch zufällig diese versilberte Etagere 
in einer Plastiktüte im Keller. Jetzt haben das Service und 

Foto: S.Schneider


1 Kommentar:

Saras Waldgarten hat gesagt…

Ich hätte das Service trotzden genommen, wenn ich es schon früher immer im Auge gehabt hätte. Später bereut man es, wenn man es weggegeben hat. Der Geschmack verändert sich im Laufe der Jahre. Es kann ja bei Dir/Euch auch anders sein. Aber ich habe schon manches, das ich einmal weggab, das auch wirklich von gewisser Bedeutung war und ein Erinnerungs- bzw. Erbstück, bereut!

Aber ich lese ja gerade, daß Du es behalten hast und es einem gewissen Verwendungszweck zugeführt wird.
Es ist wirklich sehr schön! Und was mich oder uns betrifft, bin ich da nicht so festgelegt, liebe eher den Bohemian-Shabby-Style, da darf's auch schon mal - bunt - sein. :-)

Liebe Grüße und einen schönen Weihnachtsausklang
Sara