Montag, 12. März 2012

Heute vor 8 Jahren ...




... erhielt ich in der Mittagszeit von der Freundin meines Vaters
einen Anruf. Wir standen seit einigen Monaten telefonisch in
Kontakt, da es meinem Vater gesundheitlich immer schlechter
ging, und er nun fast nur noch zwischen Krankenhaus und Kurz-
zeitpflege hin und her pendelte. Eigentlich stand seit einiger
Zeit die Entscheidung im Raum, dass seine kleine Wohnung in
Dresden aufgelöst werden müsste, und er zukünftig in einem
Pflegeheim besser versorgt wäre. Doch diesen Schritt wollte
er wohl nicht mehr gehen ...

Trotz seiner vielen Krankheiten, die ihm seit dem 24. Lebensjahr
begleiten, hatte er immer versucht seine Ziele zu verfolgen und
sich möglichst viele Wünsche zu erfüllen. Was als Vollinvalider
noch vor dem 40. Lebensjahr gar nicht so einfach war. Und als dann
auch noch durch die vielen Medikamente seine Nieren streikten,
war er überglücklich, dass er trotz seines Alters noch eine Spender-
niere bekam. So konnte er noch ein paar Jahre sein Leben etwas
unbeschwerter in der alten Heimat genießen.

Wie eingeschränkt so ein Leben mit Dialyse-Terminen ist, das
wird mir erst jetzt richtig bewusst, seitdem Allegra 2x täglich
ihre Insulin-Dosis benötigt. Aber wir können dafür zumindest
in Haus & Garten bleiben! Darum stimmt mich
dieser Post
jetzt auch wieder sehr nachdenklich ...

Dieses Esco Hasenpaar auf Bank habe ich dann später bei der
Wohnungsauflösung gefunden. Ohne meinen Vater hätte sich
die Beziehung zur erzgebirgischen Figurenwelt bestimmt
nie so ausgeprägt!

Foto: S.Schneider



Nachtrag 3. April 2012:

Nachdem ich gestern endlich unseren Wildwuchs-Blog nach
sehr langer Zeit wiederbelebt habe, und
diesen Post dort
veröffentlichte
, wurde mir erst jetzt wieder bewußt, wie
risikoreich eine Organspende für den Empfänger ist. Denn
wird ein Organ, das Antikörper gegen Borrelien gebildet hat
wirklich nicht zur Spende verwendet? Oder werden nur Organe
mit nachweislich aktiven Borrelien ausgeschlossen? Und wie
gut sind diese Tests überhaupt? Wo es doch ohnehin schon
schwer genug ist den richtigen Test auszuwählen!

Ich denke automatisch an die frühere Gefahr, dass nicht gerade
wenige Patienten durch unzureichend geprüfte Blut-Transfusionen
HIV-verseuchte Blut-Konserven erhalten haben.

In Deutschland besteht wahrscheinlich weniger Gefahr. Aber
im internationalen Austausch? Bleiben die Organe denn wirklich
nur in Deutschland/Europa und werden in der Kürze der Zeit
entsprechend durchgetestet? Was werden irgendwann bei dem
großen Bedarf für windige Geschäftsmöglichkeiten entstehen?

Daher habe ich heute meinem Personalausweis den Hinweis
auf eine mögliche Borreliose beigefügt und vorerst eine Organ-
spende abgelehnt. Denn einem ohnehin geschwächten Körper
mit einem Spenderorgan eventuell auch Borrelien einzupflanzen
ist nun wirklich kein Geschenk ...


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