Dienstag, 4. Januar 2011

Küchenkranz



Das Urmodell stammt aus dem Jahr 1982 und besteht aus
einem Strohkranz, den ich für mein Jugendzimmer-Fenster
zum Garten zuerst mit weißem Papier und anschließend mit
transparenter Folie umwickelt hatte. Solche Knisterfolie war
damals ein kostbares Gut, wenn es mal einen Blumenstrauß
in Folie verpackt gab. Jeder Klebestreifen wurde dann sorg-
fältig entfernt und die Folie anschließend aufgerollt. So wie
das Geschenkpapier damals noch nach Weihnachten gebügelt
wurde, um es im nächsten Jahr wiederzuverwenden ...

Für diesen Kranz ging nun reichlich dieser gesammelten Folie
drauf. Wahrscheinlich hat meine Mutter ihn damals, als ich den
mit Sternchen verzierten Kranz nicht mehr für mein Zimmer
benötigte, deswegen auch nur vorsichtig gereinigt, anstatt
einfach die alte Folie auszutauschen. Außerdem wurde er im
Laufe der Zeit so üppig mit Lichterketten, Sterngirlanden und
Perlenketten behängt, dass von der in die Jahre gekommenen
Folie ohnehin nicht mehr viel zu sehen war.

Irgendwann werde ich mal das Foto von meinem Ostfenster suchen
und für einen Post scannen. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern,
aber wahrscheinlich hatte ich den Kranz dann sogar noch einige Zeit
in Hannover in einem der Fenster. Und erst danach kam meine Mutter
auf die Idee ihn als stimmungsvolle Küchenbeleuchtung für die
Weihnachtszeit zu verwenden ...

Foto: S.Schneider


Kommentare:

Herz-und-Leben hat gesagt…

Wunderschön sieht der Kranz aus!
Das mit dem Geschenkpapieraufheben kenne ich auch noch und praktizieren wir sogar heute noch mit "guten" Stücken!
Meist wird es "so" glattgestrichen - ohne Bügeleisen.

Meine Schwester wurde in der Schule damals noch sehr verlacht von ihren Klassenkameraden deswegen. Ja, ja, verschwenderisch geht die Welt unter ...

Und meine Mutti hebt bis heute Verpackungsreste, Gummiringe von Gemüse, Büroklammern auf und sammelt diese wohlsortiert. So braucht man nicht so viel zu kaufen! Aus Stoffresten wurden sogar Kissenfüllungen hergestellt. Manches geht heute wegen der eingeschränkten Funktion der Hände nicht mehr ...

Und an diese Folie erinnere ich mich auch noch gut, wie selten so etwas damals war.

Ein Wanderkranz also sozusagen :-)

Zur Sonnenstraße habe ich dort an der Stelle noch geantwortet. So genau weiß ich die Läden auch nicht mehr zu lokalisieren - nur das ehemalige Zoogeschäft weiß ich ganz genau!

Liebe Grüße
Sara

Johanna hat gesagt…

Hallo,
das ist ja wirklich eine kreative Idee, so ein Kranz. Übrigens hebe ich schöne gestaltete und festere Geschenkpapiere (von denen es ja heute nicht mehr viele gibt) auch heute noch auf und bügle die Knicke von der Rückseite aus. Zum Verzieren von diversen Sachen sind die immer noch geeignet. Und Gemüsegummis, Büro- und Musterklammern auch. Käme mir nie in den Sinn, sowas zu kaufen.
Man sieht ja an deinem Kranz, was man alles noch toll recyclen kann. Schöne Grüße, Johanna

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ich weiß, dass hast Du so nebenbei in Deinem Weihnachtspost erwähnt und ich musste schmunzeln. Aber nachdem ich mich da im Kommentar schon genug über Weihnachtsbäume ausgelassen hatte, wollte ich nun nicht noch auf das Aufheben von Geschenkpapier & Bändern eingehen ;-)

Auch wenn es an einer anderen Kommentarstelle steht. wenn ich wieder lieber auf der b65 nach BS fahre, dann komme ich mal vorbei mit Waldmeister & Co - und ohne Kartons ;-)

Meine Mutter sammelt soche Dinge auch noch. Und wir auch, da zum Beispiel die farblosen Gemüsegummis unseren Bären ermöglichen bestimmte Körperhaltungen anzunehmen oder etwas in den Pfoten zu halten ...
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die neuen Generationen noch in der Lage sind zu improvisieren und gedanklich etwas 'exotische' Wege zu gehen, wenn alles vorgefertigt ist und es für alles fast nur eine richtige Lösung gibt. Und wenn man die erreicht hat, ist z.B. das Spielzeug schon verbraucht.
Ich konnte agelang mit dem großen Fernsehkarton spielen und war mächtig traurig, als er so schäbig war, dass er weggeworfen werden musste. Eine Freundin von mir hatte damals schon ein gekauftes Gartenhäuschen. Das fand ich ganz schnell langweilig ...

Zoogeschäft? Ganz dunkel ...
Meine Mutter überlegt mit dem Jade-Lädchen, aber im Moment fällt ihr nix derartiges ein.

@ Johanna
Ich kann das auch! Und vor ein paar Tagen hatte ich ein blaues Geschenkpapier in den Händen, das ich von einer Ebay-Verkäuferin bekommen hatte. Sie hatte darin ganz liebevoll jeden Glasvogel einzeln wie ein Geschenk verpackt. es viel mir richtig schwer, darin nun meine Geschenke zu verpacken, da ich das Papier so schön und erinnerungswert fand ;-)
Doch ab und an kaufen wir solche Dinge auch. Aber meist kamen sie zuvor per Post ins Haus, so dass wir feststellten wie schön dieses kleine Beiwerk ist. Und wenn wir mehr davon benötigen, dann werden solche Dinge auch mal ganz bewusst angeschafft.

Kleine-creative-Welt hat gesagt…

so unterschiedlich die Menschen sind - so unterschiedlich die Art und Weise mit Dingen umzugehen. Ich denke oft an meine Jugendzeit zurück - bei uns schien alles in Hülle und Fülle da zu sein - es wurde weggeworfen und neu gekauft - vielleicht habe ich deshalb heute den Sammel-Wahn und kann auch nicht gut was wegwerfen - ich denke immer,irgendwann such ich genau diese Farbe, dieses Teil und muss es nicht neu kaufen....
ich belaste mich mit vielen Dingen, die auf unserem Speicher landen. Keine Ahnung, ob das nun das Richtige ist - jahrelang schlummert alles dort oben - kaum Platz zum Treten....
hm - es heißt ja immer, wenn man sich nicht mit unnötigem Ballast "belastet", geht es einem auch psychisch besser....???

Auf jeden Fall leuchtet dein Kranz wunderschön in der dunklen Nacht -
lg. Ruth

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ruth
Ich habe gerade einen Post-Text genau zu dem Thema geschrieben. der muss allerdings noch überarbeitet werden und was für ein Foto ich dazu nehme, weiß ich auch noch nicht. Wenn ich jetzt fotografiere - bei dem grauen & matschigen Wetter, dann wäre das die Bestätigung, dass es nur belastet alles aufzuheben. Mit Sonnenschein kann es auch anders betrachtet werden. Ich schwanke ja auch zwischen beiden extremen hin und her. Strebe aber im Mittel eine gut sortierte Lager-Logistik an ;-)

Herz-und-Leben hat gesagt…

Liebe Silke,
noch ganz kurz, bevor ich schlafengehe ...
Die Gemüsegummis sammele ich ja auch ;-) Und manches andere, was wiederverwertet wird. Nur wenn es zu viel wird, was man slebst nicht brauchen kann, kommt es mit in den Spendenkarton.

In BS hat man Firmen von der Lebenshilfe, Diakonie oder Arge, wo altes wiederaufgearbeitet wird und die so etwas gut brauchen können.

Also ich glaube schon, daß die jüngeren Leute das auch können, besonders wenn sie es von den Eltern oder Großeltern mitbekommen haben. Aber es geht auch andersherum, daß sie es dort gar nicht gesehen haben, aber ziemlich alternativ werden ;-) Das freut und beruhigt mich dann immer wieder, daß das alles niemals verloren geht, was im Inneren schlummert.

Es liegt aber an den Eltern (und oft auch Großeltern) wenn so viel Spielzeug und Material gekauft wird. Meine Mutter z.B. hat den Kindern immer Kartons zum Spielen gegeben. Das war den Jungen lieber, als mit extra gekauften Plastikhäusern o.ä. zu spielen. Ich hatte für die Kinder ein Puppenhaus, ganz aus Kartons gebaut und noch so manches andere, was wir nur zum überwiegend Herumstehen gar nicht erst kaufen wollten. Dieses Puppenhaus war dann sehr geliebt. Leider nagte der Zahn der Zeit daran und als es ausgemustert wurde, flossen direkt Tränchen ;-) Aber im Prinzip könnte ich es jederzeit wieder bauen.

Die Läden, was die Jadesachen betrifft, können eigentlich nur die von mir genannten sein, da ich woanders damals kaum regelmäßig langgekommen bin. Aber es will mir auch nicht in den Sinn. Vielleicht noch am Bohlweg vorn, Ecke Dankwardstraße/Steinweg an der Haltestelle irgendwo ??

Z.B. waren chinesische Fischer aus dieser grünen Jade (ob es echte Jade war, entzieht sich meiner Kenntnis.) die saßen mit der Angel auf irgendwas. Die Figuren waren vielleicht 10 cm oder wenig mehr hoch.

Liebe Grüße, gute Nacht
Sara


PS:
Ich sehe gerade noch Ruths Kommentar ...
Also so habe ich es auch schon erlebt, daß Kinder gerade das Entgegengesetzte später tun.

Wegen der Farbe geht es mir ja so - ich habe es zwar gelegentlich auch schon mal bedauert, daß ich etwas weggab, das genau die Farbe hatte - aber wenn ich es dann genau betrachtete, war das doch ein Teil, was ich doch nie mehr verwendet hätte, weil es einer Zeit angehörte, die ich nicht zurückholen wollte ... das ist bei mir so ähnlich wie mit Klamotten. Das bin ich nicht mehr und deshalb würde ich es nicht mehr tragen.
Andererseits hänge ich schon an gewissen Dingen, z.B. der alten Kaffeemühle meiner Oma. Aber das ist für mich noch etwas Anderes als "irgendwelche" Deko.
Mit dem Ballast, das glaube ich allerdings auch -ist ja schon eine alte biblische Weisheit, daß man dann nicht ins "Himmelreich" kommt ...
Und bei mir muß der Boden so zu betreten sein, da ich alles regelmäßig belüften, reinigen und betreten kann. Vor allem muß ich genau wissen, was in welchen Kartons ist. Wenn das nicht mehr gegeben ist, würde es mich "wahnsinnig" machen *lach*