Freitag, 16. Juli 2010

Meine Großmutter ...


... ist seit ihrem 103. Geburstag nun bei Babybrei
aus dem Gläschen angekommen. Zuerst wanderten all'
die kleinen Gläser in den Altglas-Container. Aber dafür
sind sie eigentlich viel zu schade:

Das zeigte mir das Heft Juni&Juli/2010 der Land IDEE.
Also werden jetzt Aufhänger aus Draht gebogen und
mit Kräutern umwickelt. Leider habe ich vergessen mir
Lavendel von den riesigen Büschen aus der Hofeinfahrt
meiner Mutter
mitzunehmen. Aber dafür gibt es hier
auch reichlich
Waldmeister & Walderdbeeren und dazu
vielleicht noch ein paar Wickenblüten
aus dem www-
Vorgarten
- so als kleiner Farbtupfer im duftenden Grün?
Jedenfalls ein schnelles Geschenk, wenn man unverhofft
von den Nachbarn zum Grillen eingeladen wird ...

Und hier ist es nun, das Rosmarin-Windlicht.
Dahinter Waldmeisterkranz mit Walderdbeeren.

Links etwas leicht angetrockneter & zerzauster Thyminan
und die etwas zu wärmeempfindliche Zitronenmelisse.

Das 5. Glas trägt ein Röckchen aus Salbeiblättern
und das 6. Gläschen zieren Wasserminze & Wicken.

Jetzt hängen sie unter den 6 Dachseiten des Pavillions
in Nachbars Garten hinter unserem Hochwald. Nur in so
luftiger Höh' geht der Duft natürlich verloren. Also sollte
der Drahtbügel am Glas wohl besser nur ein Tragegriff sein,
und die Windlichter werden zur duftenden Tischdeko ...

Fotos: S.Schneider



Kommentare:

Herz-und-Leben hat gesagt…

Die gibts bei uns schon auch mal als Schonkost :-)
Und die Idee hatte ich auch schon bzw. meine Schwester, die Windlichter aus den Gläschen macht.
Wirklich sehr dekorativ und für schnelle Geschenke auch bestens geeignet. Ebenso die Fläschchen mit Flüssig-Müsli u.ä. - daraus kann man kleine Blumenväschen machen. Mehrere davon in einem kleinen Korb mit jeweils einem Stängel darin o.ä. wirken auch sehr dekorativ.

Lieber Gruß
Sara

Frau Spröözeblech hat gesagt…

103 Jahre, ja wenn das keine Leistung ist! Da darf es dann auch sicher Essen aus dem Gläschen sein. Wir haben die Wiederverwendung früher auch so ähnlich gemacht aber nun gibt es bei uns schon seit Jahren keine Gläschen mehr, allenfalls ein paar Marmeladengläschen und so ist die Idee in Vergessenheit geraten.
Also besten Dank für die Auffrischung in Sachen Recycling.
Herzliche Grüße
Maria

Pusteblume hat gesagt…

103 Jahre? Das ist ja ein ganz stolzes Alter!!!
Ich habe mir aus der Babyzeit meiner Tochter ein paar Minigläschen (eine Größe, die man nicht kaufen konnte, wir bekamen diese Gläschen als Probe geschenkt) aufbewahrt um irgendwann einmal Windlichter daraus zu basteln. Ich hatte sie längst vergessen. Dank Deinem Post werde ich sie wohl bald mal aus dem Keller hervorkramen. Tolle Idee!!!

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
LG Susanne

Kleine-creative-Welt hat gesagt…

Hallo liebe Silke,
das find ich auch, dass sie zu schade zum Wegwerfen sind - ich hab mir vor einigen Wochen auch mehrere für draußen gemacht - das sieht so süß aus - mir gefällt vor allem, dass man Schönes aus Dingen machen kann, die nichts kosten....
lg. Ruth

Brigitte hat gesagt…

So, nun kann ich hier weiterlesen, denn heute morgen hat mir die Zeit nicht mehr gereicht.

Ich finde das eine klasse Idee, die sich sicher auch mit anderen kleinen Gläschen durchsetzen lässt. Mir jedenfalls wäre ein solches Geschenk sehr viel wertvoller, als alles Gekaufte.

Mit den Kräutern auf den Tisch, denn frisch geerntet duften sie ja himmlisch.

Lieben Gruss und einen schönen Sonntag, Brigitte

Lis hat gesagt…

Tolle Idee, da muss ich mal bei der Mutter meines Enkelchens nachfragen ob sie noch Gläschen füttert. Zur Not kann man solche Windlichter ja auch aus Einweckgläsern machen und davon hab ich zum Glück jede Menge!:-)

LG Lis

THEA hat gesagt…

Schön und dekorativ!!

Wie schön das du deinen Großmutter nog hast!!

103 jahre jung??? Wauw!

Maedelssachen hat gesagt…

Liebe Silke,
lieben Dank, du hast mich mal wieder ganz bewußt an meine Oma denken lassen.
Mit 98 hatte Sie auch ein stolzes Alter erreicht.
Deiner Großmutter noch alles liebe und gute.
Deine Idee mit den Gläsern ist ganz entzückend.

glg Maria

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Sara
Ja, Schonkost sogar für unsere Miezen - aber Allegra & Klein Katze sollten es fressen und nur Maus mag es. Und meine Großmutter ist inzwischen bei der kleinsten Babybreigröße angekommen - meist in 2 Mahlzeiten.
Erst vor ein paar Jahren hatte meine Mutter wohl meine letzten Hipp- & Altegläschen entsorgt. Die waren in all' den Jahren immer noch für Marmeladen & Co. im Einsatz ...
Eigentlich gibt es ja eine ganze Menge 'Müll', den man weiternutzen kann!

@ Maria
Mehr paast meist leider nicht mehr rein. Wenn man lange genug lebt, entwickelt sich eben vieles wieder zurück. Und die Marktlücke Senoirenbrei hat anscheinend noch keine Marktchancen im Supermarkt. Der Bedarf wird wohl dann doch eher in der Massenabfertigung im Pflegeheim als in häuslicher Einzelpflege geregelt ...
Ja, meine Babygläschen haben auch erst vor ein paar Jahren als Marmeladengläser ausgedient. Meine Mutter ist perfekt im Recycling ;-)

@ Susanne
Ja, solche vergessenen Schätze mit nostalgischer Erinnerung gibt es wohl bei vielen. Schön, wenn sie nun aktiviert werden - der Sommer bietet sich ja wirklich dafür an!

@ Ruth
Nicht nur, dass sie nichts kosten - viel schlimmer finde ich eigentlich, wie mit Rohstoffen und Energie umgegangen wird. Aber nun haben die Gläschen ja ein zweites Leben ...

@ Brigitte
Würstchengläser sind zum Beispiel höher und dadurch noch wind-unempfindlicher. Und natürlich die guten alten Einweckgläser, die sind allerdings zu schwer zum Aufhängen. Aber so eine 'bunte' Mischung hat natürlich auch ihre Reize!
Mit Thymian und Rosmarin war die Dutgläser besonders intensiv - und dazu ein schönes Essen ...

@ Lis
Die Einweckgläser sind wohl zu schwer zum Aufhängen. allerdings verströmen die Kräuter ihren Duft ja besser in Tischnähe und nicht irgendwo im Baum. Da passen Blüten, Walderdbeeren und andere Fruchtzweige besser als Blickfang.

@ Thea
Solange man in dem Alter noch geistig & körperlich fit ist, dann ist es bestimmt schön. Aber wenn man aufstehen und in den Garten möchte, aber nicht mehr kann, dann ist es leider nicht mehr so wow so alt zu sein. Aber bis zum Herbst 2008 war sie sogar noch mit im Garten ...

@ Maria
Als wir ihren 100. Geburtstag sogar noch im Garten feierten, war ich auch mehr als erstaunt. Leider kann und mag sie jetzt nicht mehr sitzen.
Ja, manchmal sind es so die kleinen Dinge am Rande, die einen an liebe Menschen erinnern. Bei mir sind es teilweise Rosen im Garten oder scheinbar belanglose Metalltabletts, Erzgebirgs-Figürchen oder andere Kleinigkeiten, die Erinnerungen hervorrufen ...

rebelledejour hat gesagt…

Wie schön und eine tolle Idee für den Sommerabend !! weerde ich bestimmt nachmachen
Ina

Herz-und-Leben hat gesagt…

Jetzt muß ich doch nochmal fragen, welchen Draht verwendest Du? Hatte neulich im Baumarkt silbernen Draht gefunden, der mir aber noch zu dick erschien. Gibts da bestimmte Quellen für Draht?

Mit dem Essen wirds immer weniger, besonders wenn ein Mensch, dazu noch in dem hohen Alter, nur noch liegt. Meine Mutter kann noch essen, sie verträgt aber auch nicht mehr sooo viel. Wir kennen manche für die es die letzte Mahlzeit war, wenn sie sich noch einmal richtig schön den Bauch vollschlagen wollten - einfach nicht mehr aufgewacht - nach dem Essen ...
Da ist Babybrei dann schon ideal. Man darf gar nicht an diese Magensonden in den Heimen denken ...

Lieber Gruß
Sara

Harald hat gesagt…

Das erste Gebilde ist uns kräftig misslungen, aber Übung macht den Meister.
Einen richtig nette Idee.

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Ina
Im Winter Eis-Laternen und im Sommer kleine Gläschen als Windlichter. Ist schon lustig, wie manche Wellen so durchs www der blogsüchtigen schwappen. Ich finds herrlich!

@ Sara
Da kann ich Dir leider kaum weiterhelfen, da ich von Drahtstärken überhaupt keine Ahnung habe. Dieser Draht ist schon fast eine Antiquität, denn er ist auf kleine Kanthölzer gewickelt und lag zusammen mit vielen solcher angerosteten Drahtspulen schon 1995 in einer kleinen Holzkiste hier im Haus. Zum Blumenbinden ist er zu steif, aber er lässt sich noch gut biegen. Ich glaube im Gartenbedarf gibt es ihn heute überwiegend grün ummantelt noch als Bindedraht - so als kleiner Anhaltspunkt ...

@ Harald
Wie ist das denn möglich - falscher Draht? Einmal locker um den Rand legen, das Ende leicht verdrehen, einen Bügel schlagen und auf der anderen Seite den Bügeldraht unter dem Drahtring hindurchziehen und das Ende mit dem Bügel verdrahten. Wenn der Ring unter dem Glas nicht zu eng ist, lassen sich Rosmarin unoder andere Dekozweige noch ganz leicht unterschieben und sind jederzeit austauschbar.

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Sara
Meine Großmutter bekommt jetzt fast nur noch Brei, Kekse und Schokolade = Lebensfreude. Manchmal geht sogar noch Brot rein. Aber das hängt ganz extrem von der Tagesform ab. Und nachts um 3 Uhr, wenn sie mal wieder den Tag verschlafen hat, dann ist so ein halbes Gläschen ganz praktisch. Total süß war es gestern, als ich Kuchen mitgebracht hatte, und sie etwas davon abbekam. Plötzlich fragte sie, wer denn heute Geburtstag hat...
Nein, ich stehe auf dem Standpunkt, wenn es Zeit für künstliche Ernährung ist, dann sollte ein Leben auch zu Ende gehen dürfen. Meine Mutter gibt sich immer noch sehr viel Mühe meine Großmutter zu füttern, aber es gibt Tage, da mag sie nicht essen und auch nicht trinken. Dann kneift sie einfach den Mund zu und schreit nein, nein, nein. Und plötzlich nach 2 oder 3 Tagen hat sie wieder Hunger und Durst.
Nur so individuell ist das eben höchstensn in häuslicher Pflege möglich. Aber selbst da ist es ja kaum machbar, wenn nebenbei noch etwas Zeit für eigenes Leben da sein soll.
Ich sehe immer noch Wolfgangs Großmutter zu Hause im Bett liegen: Schläuche rein und Schläuche raus. Das hat leider so noch einige Monate gedauert, die sie da ganz still und gelähmt im Bett lag.

Harald hat gesagt…

Hallo,
ich hatte beschichteten Spanndraht genommen, der war aber so widerspenstig das beim Zusammendrehen gleich dem ersten Glas der Hals abgerissen wurde.

Anke hat gesagt…

Eine wunderschöne Idee, Deine Gläser gefallen mir sehr gut liebe Silke, sehr schön dekoriert.

Herzliche Grüße aus Königstein und ein wunderschönes WE wünscht Dir
Anke

Herz-und-Leben hat gesagt…

Hatte angenommen, gerade Du kennst Dich in Sachen Draht bestens aus - so kann man sich irren ;-)

Habe ihn inzwischen im Baumarkt gefunden von dieser Fa.

http://www.conacord.de/

davon gibts diverse Stärken dort. Und in Silber oder Messingdraht bzw. Eisendraht verzinkt ... 0,48 mm finde ich z.B. schon ein wenig sehr dünn! Vielleicht 1,00 mm ... aber da hat wohl jede/r andere Vorstellungen.

Alten Draht hatten wir gar keinen mehr, da bei uns schon immer viel mit Draht gebastelt wurde.

Naja, in dem hohen Alter kann man mit Ernährung wohl nicht mehr viel verkehrt machen und es muß ja verträglich/verdaulich sein. Bei dem ganztätigen Liegen ist Breinahrung wohl auch am geeignetsten. Aber die Seele ist ja auch wichtig ... Kuchen ...

Ja, man darf gar nicht dran denken und ich war selbst schon zu einem Praktikum im Heim, was da geschieht! Das grenzt an Zwangsfütterung und Schnellabfertigung! Ein Grauen, - das mit den Schläuchen! Wer weiß, das schon so genau, was die davon noch mitkriegen!
Meine Oma starb nach 6 Wochen Liegezeit bei sich in der Wohnung. Sie wollte in kein KH, aber sowas kann sogar mal Ärger geben ... da muß man aufpassen wegen "unterlassener Hilfeleistung" und so ...

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Sara
Meine Draht-Vorräte reichen noch einige Zeit. Wenn mal Bedaf besteht, dann geht es ab in den nächsten Baumarkt - das Material muss ich sehen und biegen können!

Außerdem haben wir ein Sammlerhaus übernommen und sind 'würdige' Nachfolger ... Denn selbst mein Onkel konnte damals Mitte der 70er nicht alles wegwerfen, was er bei seinem Vater in der Schuhmacher-Werkstatt an Material vorfand ...

Zudem drahte ich relativ wenig. Nur für die Zweige in den Fenstern benötige ich Drähte. Doch die verwende ich immer wieder - ich komme eben aus eimem sehr sparsamen Haushalt, das hinterlässt in manchen Bereichen noch immer seine Spuren. Finde ich aber auch gut so, denn unsere heutige Wegwerf-Gesellschaft nervt bisweilen schon ganz schön.

Entgegen den gängigen Ernährungs-Empfehlungen ist meine Großmutter mit lebenslanger zuckerhaltiger und fettreicher Ernährung erstaunlich alt geworden. Einige Jahre erhielt sie ihre Getränke dann nur mit Traubenzucker, da sie wenn überhaupt nur noch süß schmecken kann. Sonst hätte sie sich geweigert etwas zu trinken. Zuerst ging ihr der Geruchssinn verloren und dann immer mehr der Geschmackssinn. Was blieb, ist die Freude am Süßen und an Schokolade. Was habe ich in den letzten Jahren an Keksen besorgen müssen - manchmal verschwand fast 1 Packung pro Tag. Und dazu noch Brote mit Käse & Honig oder Leberwurst bzw. Frischkäse mit Marmelade - auch abends. Wir wissen, dass Ernährungswissenschaftler die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden. Aber seit Jahren nimmt sie nur im Notfall ein vom Arzt verodnetes Ruhigstellungsmittel und ansonsten gibt es nur noch Globulis zur Beruhigung. Das Herz- & Kreislauf-Mittel wurde schon vor Jahren abgesetzt. Und schon mehrmals hat ihr Hausarzt seit Jahren ihren Tod prognostiziert. Nun sagt er nix mehr ...
Trotzdem ist es gut, dass inzwischen der Pflegedienst ihre leider jetzt größer werdenden Dekubitus-Wunden 1x am Tag versorgt und somit meine Großmutter unter fachkundiger Aufsicht ist. Denn es ist für einen Außenstehenden kaum vorstellbar, wie wenig Mensch irgendwann noch übrig bleiben kann ...

Mir haben die Erfahrungen aus der Reha-Klinik vor etwa 6 Jahren schon gereicht, in die meine Großmutter nach dem Oberschenkelhalsbruch kam und in der ersten Nacht gleich aus dem Bett fiel. Dann machte sich in der Station noch eine Hautinfektion breit. Eine Patientin wurde bald darauf in einem Besuchszimmer isoliert und verstarb dort wenig später. Auf diese 'Isolierstation' sollte meine Großmutter damals auch verlegt werden. Schon vor Jahren sagte sie: 'Der liebe Gott hat mich wohl vergessen ...'

Herz-und-Leben hat gesagt…

Na, aus einer Schuhmacher-Werkstatt kommt bestimmt einiges zusammen. Wir haben da eher bei der Erbmasse ziemlich ausgemistet und weggegeben, weil es für unseren Haushalt zuviel geworden wäre. Mein Mann mag das auch nicht, wenn wir zu viel besitzen ;-) Und unseren jetzigen Keller können wir leider kaum nutzen. - Ja, die Wegwerfmentalität kann schon nerven. Damals in den Kindergärten ging mir das immer so - da wurde gebastelt und halbe Pappebögen oder anderes kamen einfach in den Papierkorb. Ich kannte es von zuhaus aus sogar, daß man (gebrauchtes!) Geschenkpapier aufhob - was allerdings zuweilen für unverständnisvolle Lacher bei anderen Leuten sorgte!

Solche Fälle kenne ich auch, wo Menschen so alt wurden bei relativer Gesundheit. Da spielt dann die robuste Natur die größte Rolle. Ja, die Ernährungswissenschaftler ... und vieles ist ganz sicher auch richtig, ganz besonders, wenn ein Mensch erst krank ist. - Aber es wird oft nicht der gesamte Mensch in seinem Gesamtzusammenhang berücksichtigt. Der Mensch ist nun auch mal kein Tier, er ist so vielfältig gestrickt ... Und alles was zu dogmatisch ist . . . ist leider auch nicht mehr lebendig . . .
Es gibt andererseits die Fälle, die wenn sie sich nicht konsequent an eine "gesunde" Ernährungsform halten würden, schon längst das Zeitliche gesegnet hätten oder elendig leiden würden.

Wie wenig Mensch ... ja, das ist immer wieder erstaunlich, daß Leben dann immer noch geht . . .

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Ach so, seit dem 103. Lebensjahr erst ... die Babygläschen . . .
Gut, daß Du das hier aufgeschrieben hast - nun kann ich noch einmal nachlesen.
Ja, es ist schon erstaunlich, wie manche Menschen mit dieser eigentlichen Mangelernährung so alt werden können! Und es ihnen dabei ja nicht durchwegs schlecht geht. Man fragt sich, wie es andererseits gewesen WÄRE, wenn diese Menschen sich gesund ernährt hätten. Obwohl - ich glaube, es kommt vor allem auf die Kindheit drauf an. Wie man da aufgebaut wurde, das zählt vor allem. Und natürlich die Gene ...

Bei den Keksen ist meine Mutter auch schon angelangt. Aber sie ist ja noch längst nicht so alt wie Deine Großmutter es war.
Nun frag' ich mich, ob Deine Großmutter auch schon mal so krank war, daß sie in ein Krankenhaus kam oder ob sie ansonsten durchgängig gesund war ...

Ich wünsch' Dir noch einen schönen Tag ... mit lieben Grüßen
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Das Alter reichte nun wirklich. Auch ihre Haut (Pergamenthaut) hätte es nicht viel länger mitgemacht. Man konnte sie kaum noch anfassen ohne ihre Haut zu beschädigen. Und beim Waschen riss die Haut ständig auf und fing an zu bluten. Es wurde Zeit ...
Die Kindheit meiner Großmutter verlief sicherlich auch nicht gesünder, denn da war sie angeblich ein schwächliches mageres Kind, dass sich nicht viel bewegte. Wie eigentlich in ihrem ganzen Leben. Aus der heute üblichen Ernährungswissenschaftlichen Sicht hat sie sich wohl fast immer falsch ernährt und zu wenig getrunken.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es nur an Feiertagen ein Glas Wein zum Essen gab. Getränke gehörten nicht zum Essen. Und es hatte wohl einige Zeit gedauert, bis meine Mutter verstand warum ich als Baby nicht schlafen wollte: Ich hatte Durst. Doch meine Großmutter war der Meinung ich sollte nicht so viel trinken ...
Da meine Großmutter mit 13, als ihre Mutter starb, zu ihrer Schwester in die Schlachterei kam, wo richtig fett gegessen wurde, kann ich mir nicht vorstellen, dass es da aus heutiger Sicht gesunde Ernährung gab. Denn sowohl ihre Schwester als auch ihr Mann hatten recht früh Diabetes. Wurden damit aber auch ca. 80 Jahre alt .
Und so wie meine Großmutter dann meinen Großvater im Wirtschaftwunder bekochte, war das auch nicht besser ;-) Spätestens da wurde sie dann auch mehr ...
Wahrscheinlich war ihr Vorteil, dass sie kaum Medikamente nahm und auch wenig Kosmetika benutzte. Obwohl zu ihren Haushaltsreiniger auch Domestos gehörte und auch Schädlingsbekämpfungsmittel häufiger benutzt wurden, um Fliegen, Blattläuse und Ameisen aus dem Haus zu bekommen. Und richtig durchgelüftet wurde danach auch nicht. Dann wäre ja zu viel Staub ins Haus gekommen.
Mit 60 hatte sie mal eine Lungenentzündung. Das wäre es fast gewesen. Und eigentlich kenne ich sie nur Hustenbonbon-lutschend, da sie ständig Husten hatte. Aber von einer chronischen Bronchitis wurde nie gesprochen.

Es muss noch ganz andere Gründe geben, denn im Prinzip hat sie sich ihr Leben lang geschont, hat nie Sport gemacht, ist kaum spazieren gegangen, ist nicht verreist, hat halt ihren Haushalt gemacht, etwas im Garten gearbeitet und war sonst einfach nur häuslich.
Also eigentlich genau das Gegenteil von dem, was Du in Deinen Posts als gesundes Leben propagierst.
Aber vielleicht hatte sie auch nur ein gesundes 'Seelenheil', da sie ständig jammerte, die Welt bedauerte und teilweise recht egoistisch war - es ihr im Grunde gut ging und sie nichts 'runterschluckte' - ihrem Ärger Luft machte. Vielleicht ist diese Art von 'seelischen Gleichgewicht' viel wichtiger für ein langes Leben ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ohje. Ja, kann ich mir gut vorstellen. Meine Großmutter hatte auch schon beinahe solche Haut. Sie verließ aber seit Jahren schon nicht mehr die Wohnung, während m. Mutter noch täglich rausgeht!
Hmm, man muß sich wundern ... die Seele ist sicherlich der größte Faktor - aber das lange Leben ist ganz gewiß vorprogrammiert. Ich glaube nicht, daß man selbst sich dafür entscheiden kann. Sicher spielt die Seele eine große Rolle in dem Sinne, wer keine Lust mehr zum Leben hat, stirbt eher. Bei Operationen kann man dergleichen beobachten. Andererseits stirbt es sich eben so schnell nun auch wieder nicht. Aber eine gewisse Programmierung muß es da geben, denn sonst würden manche Menschen mit Krebs und was nicht noch allem nicht so relativ alt werden, während andere damit schon jung sterben ...

So wie Du es von Deiner Großmutter beschreibst, kenne ich es auch von meiner Mutter mit dem wenigen Trinken. Und bei Tisch während des Essens gab es auch bei uns keine Getränke. Ist ja schon wegen der Magensäureverdünnung nicht so optimal! - Nun kommt es natürlich auch auf den Menschen drauf an. Ist er klein, ist er groß, welchen Bedarf hat er, wie sind die Nieren beschaffen, hat er eine Herzschwäche (dann darf man manchmal nicht viel trinken ...) Ich bin ja eher die "Trinkerin" ;-) Ohne Flasche Wasser sieht man mich kaum herumlaufen ...

Meine SchwieMu lebte essensmäßig ja auch keineswegs gesund. Doch ich finde, es macht einen himmelweiten Unterschied, ob man mit 80 vital und gesund ist oder nur so dahinsiecht! Was nützt es, ein hohes Alter zu erreichen, wenn es nur mit Qualen verbunden ist, so wie bei Ihr? Dieses Alter hätte sie auch und gerade ohne ihre schädliche Lebensweise erreicht, dessen bin ich gewiß, nur in einem wesentlich besseren Zustand! Ich glaube es ist ein falsches Denken, wenn wir denken, jemand ist TROTZ seiner Lebensweise NOCH so alt geworden .... wir sollten eher denken, er wurde ZWAR so alt, aber in welchem Zustand!
Ich denke da an all die Forschungen über sog. Natürvölker, Völker, bei denen die Menschen sehr alt bei bestem Gesundheitzustand wurden. Und das waren alles keine Couch-Potatoes, die sich überwiegend drinnen aufhielten, die sogar noch im hohen Alter auf den Feldern arbeiteten ...bei karger Nahrung

Fazit für mich aus all meinen Beobachtungen wie oben schon beschrieben - einige werden zwar ziemlich alt, jedoch in einem bedauernswürdigen Zustand, der bei manchen sogar die letzten 2 Jahrzehnte oder gar mehr besteht. Und dieser könnte besser sein, wenn . . .

Aber ich hab' natürlich auch nicht der Weisheit letzten Schluß . . . wobei ich auch ganz sicher bin, daß eine "kindliche" - also unbelastete Seele ganz wichtig bei alledem ist.

Danke und liebe Grüße
Sara

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Im übrigen fiel mir da zum Sport noch ein ...
gesund ist es ganz sicher nicht, wenn sich jemand bspw. zum regelmäßigen Joggen zwingt, das jedoch nicht wirklich gern tut oder gar in einem ohnehin schon abgehetzten Zustand - also nicht ganz fit und gesund losrennt. So kommt es immer wieder zu Infarkten von Joggern.

Besser ist dann, die Bewegung in den Alltag zu integrieren. Das Thema ist eigentlich zu komplex für Blog-Kommentare, aber ich versuchs trotzdem einmal - zumindest ansatzweise ... doch muß es zwangsläufig leicht zu Mißverständnissen kommen, da man es hier nicht so ausführlich behandeln kann...

Daß regelmäßige aerobische Bewegung wichtig ist, wird wohl kaum noch angezweifelt heute. Nur die Art, wie man es tut, die muß eben jeder selbst herausfinden. Meiner Ansicht nach kann man so etwas im Haus/Wohnung kaum erreichen, außer auf dem Ergometer o.ä. (Wer rennt schon 20 Min. kontinuierlich treppauf treppab bis er ins Schwitzen kommt, das wäre allzu stupide!) ;-) Denn es erfordert ja eine kontinuierliche Bewegung über einen gewissen Zeitraum, so daß man ins Schwitzen gerät. Das Schwitzen ist ja ein erwünschter gesundheitlicher Nebeneffekt, der der Ausscheidung dient.

Wer gern tanzt, weiß, was ich meine. Man vergißt die Welt und schwebt und das könnte "man" stundenlang so weitermachen - das genau ist der Zustand, der nicht nur glücklich macht ...
Für den einen ists eben Joggen, für den anderen Schwimmen, für noch einen anderen Radfahren ...
Und da glaube ich auch, daß summa summarum ein Mensch, der 100 wurde mit mehr aerobischer Bewegung, kargerer gesünderer Nahrung, nicht nur genauso alt sondern gesünder so alt geworden wäre, also in wesentlich besserem Zustand.

Wenn ich jetzt noch an die unzähligen Physiotherapien heute denke, die die Leute wahrnehmen müssen, weil ihre Muskeln z.B. verkürzt sind (was dieses oftmals unförmige Aussehen Älterer ausmacht, was nicht sein müßte und einzig auf fehlender Gymnastik basiert) - all das verursacht ja auch immense Kosten . . . wo doch nur wenige Minuten pro Tag oder gar nicht mal jeden Tag ausreichen würden ... aber der innere Schweinehund ... (davon bin ich auch nicht ganz frei, aber ich habe ja auch die Kehrseite verspürt - die bösen Folgen ...und seither versuche ich dran zu bleiben ...)

Nur, wenn die Psyche so beschaffen ist (bzw. bei manchen erkrankte sie ja auch im Laufe des Lebens), daß man derlei Aktivitäten nur als Stress pur empfinden kann, wäre, solange diese Einstellung besteht, als Beispiel Joggen ja auch wiederum nicht so gut ... wie alles, was man unter Zwang tut.

Für mich sind die Tiere in ihrem natürlichen Verbund, also die in Freiheit Lebenden, immer noch bestes Beispiel, was Bewegung betrifft für uns, die wir ja auch Säugetiere sind ...

Wenn ich da so an den Löwen denke ... er kann ca. 60 km/h laufen, doch diese Geschwindigkeit hält er nicht allzu lange, wenige hundert Meter wohl, durch. Aber er tut es, weil er es muß. Wir müssen nicht mehr laufen und freiwillig tun es die wenigsten. Der Mensch ist halt ein geborenes Faultier! ;-)
Und bei den (Wild-!)Tieren kann man immer die Ausgewogenheit zwischen Bewegung und Ruhephasen beobachten.

Doch selbst Kühe bewegen sich - mehr - als wir denken ... denn es schaut ja aus, als stünden sie den ganzen Tag oder lägen herum ... das sicherlich nur mangels Gelegenheit

http://www.tierschutz.com/publikationen/nutztiere/infothek/texte/mb_kuehe.pdf

Aber all das ist per Kommentar schwierig zu diskutieren - solche Dinge gehen eigentlich besser per Sicht, da es sonst leicht zu Mißverständnissen kommen kann, nach dem Motto der Besserwisserei und Überheblichkeit. Das Wissen ist ja das Eine, die praktische Durchführung das Andere ...
In diesem Sinne und mit lieben Grüßen nochmals
Sara

Herz und Leben 2 hat gesagt…

ach nochwas ... heute in Etappen ;-)
Solche Menschen kenne ich auch, die in ähnlicher Form egoistisch sind. Ob das als Seelenheil bezeichnet werden kann, aber Du setzt es ja selbst in Anführungsstriche ...
Als denkender Mensch zumindest müßte man sich bei derartigem Verhalten doch eigentlich selbst und innerlich eher unwohl fühlen ...
Und dann gehören dazu ja auch immer noch Menschen, die das alles mit tragen, die nicht Paroli bieten ... also auf Kosten derer das geschieht ... ich fände das eher belastend, denn beruhigend und ausgleichend ... aber das mag jeder anders erleben ...
So, jetzt gehts aber raus, ungeachtet des Schnee-Regens heute ;-) und ganz ohne Zwang ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Das Thema führt mir hier zu weit. Nur möchte ich hinzufügen, dass meine Großmutter mit über 80 noch im Garten mitwirkte, und es teilweise schwierig war sie von bestimmten Tätigkeiten abzuhalten, da sie sonst unglücklich gestürzt wäre - z.B in den Keller zu gegen, um das Katzenklo sauber zu machen/Heizung umzustellen. Noch mit 83 machte sie einen Aufschwung am Gerüst, als die Hausfassade saniert wurde, und die Treppe zum Garten abgerissen war.
Ihre geistige Verwirrung trat im Herbst 2002 - also mit 93 Jahren auf - zu wenig getrunken. Und dann kam bald der Oberschenkelhalsbruch, da sie unbedingt aufstehen wollte. Danach ist sie nicht mehr richtig auf die Beine gekommen, da sie keine Lust zu trainieren hatte und die Krankengymnastik halbherzig mitmachte. Aber noch einige Jahre ging sie mit Rollator in den Garten - später dann mit Rollstuhl.
Wenn es um Lebensqualität geht, dann fehlte die ca. 1 Jahr. Aber selbst im Bett sagte sie noch häufiger ' Ach, ich möchte noch etwas hier bleiben' Leben ist zu individuell, um von außen zu beurteilen wann bzw. wie ein Leben noch lebenswert ist ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ja, das würde meine Mutter auch noch tun. Sie ist aber auch nicht mehr so sicher vom Rückgrat her. Daher hält sie sich inzwischen vernünftigerweise doch bei vielem zurück. Zumal sie auch nicht mehr gut sehen kann. Wegen der Augen darf meine Mutter allein Treppen gar nicht mehr steigen. Bei gewissen Augendefekten braucht man leider eine Begleitperson, sofern man nicht noch jung genug ist, um die Wahrnehmung entsprechend zu schulen. Aber bei meiner Mutter kamen diese Augenprobleme ziemlich spät. Bis 80 war sie quasi kerngesund.
Ansonsten wäre meine Mutter noch ziemlich fit - aber diese Leiden schränken sie leider erheblich in ihrem Aktionsradius ein. Denn warum sollte sie ein Risiko eingehen.
Mit Lebensqualität meine ich auch solche Menschen, die fast täglich unter Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen und damit einhergehenden an deren Problematiken leiden, so daß sie doch immer so ziemlich in ihrem Befinden beeinträchtigt sind. Bei meiner SchwieMu war das z.B. so. Sie aß gern und falsch. Bei Diabetes sollte man sich ja streng an die Regeln halten. Da sie das nicht tat, ging es ihr oft dreckig. Das ist natürlich keine Lebensqualität. Sowas meinte ich damit. Und auch das Rollatorlaufen ist ja nicht das Optimale. Meine Mutter hat's inzwischen ja auch schon kennengelernt. Für jemand, der immer wie ein Wiesel lief, ist das eine schlimme Sache! Da hilft auch nicht, die Sichtweise ändern, wenn einem bewußt ist, was man verlor, ebenso wie bei den Augen. In jungen Jahren kompensiert man manches eher ...
Aber Du hast recht, dennoch hängt der Mensch oft am Leben. Alle, die ich kannte und die lange leiden mußten, bei denen war das so. Manchmal haderten sie, aber meist wollten sie doch noch "ein bißchen bleiben" ...