Mittwoch, 30. Dezember 2009

Engels-Orchester mit passendem Hintergrund ...



Es muss wohl Ende der 60er gewesen sein, als meine Mutter
sich ein kleines Orchester von 5 musizierenden Engeln und
einem Dirigenten geleistet hat. Diese Engel wurden dann
jedes Jahr auf dem weißen Fernseher in der 'guten Stube'
aufgestellt. Leider wurde das große Weihnachtszimmer
erst am 23. Dezember behaglich geheizt. Denn erst zum
Schmücken des Weihnachtsbaumes wurde das Zimmer im
Winter für eine kurze Zeit in Betrieb genommen. So war
viele Jahre der Auftritt für diese Naturholz-Engel sehr kurz.

Im Laufe der Jahre kamen dann durch die Weihnachtsmarkt-
Bude von Käthe Wohlfahrt so einige Engel hinzu, so dass
in den späten 70ern das größer werdende Orchester auf
die breite Mamor-Fensterbank umzog. Durch Häuser, einige
Spanbäume, eine Pyramide und die passenden Schwebengel
wurde daraus dann irgendwann ein Weihnachtsfenster mit
hochgesteckter Gardine. Darin leuchteten 100 Lichterketten-
Lämpchen, drei beleuchtete Rebensterne erhellten zusätzlich
den Raum, und eingerahmt wurde die Engelgruppe von zwei
Weihnachtsbäumchen mit elektrischen Lichtern. Leider sind
die Fotos aus dieser Zeit sehr schlecht.

Nachdem meine Großmutter vor etwa 5 Jahren immer pflege-
bedürftiger wurde, blieb 'die gute Stube' in der Weihnachtszeit
kalt. Einige Jahre verschliefen die Engel dann ihren Auftritt sogar
im Karton. Aber nachdem ich im Januar 2008 die erzgebirgische
Wunderwelt bei Ebay entdeckte, wurde das Engels-Orchester
heimlich vom Boden geholt und eine Bestandsaufnahme gemacht.
Denn in der Zwischenzeit waren Jahr für Jahr neue
Faltenrock-
engel von Blank
erschienen. Vom Frühjahr, über den Sommer, bis
kurz vor dem 1. Advent wurde dann noch etwas nachgesammelt,
so dass ich meiner Mutter trotz einiger Widerstände im letzten
Jahr ihr Orchester im kleineren Wohnzimmer zur Straße auf dem
Nähtischchen aufbaute. Eine große Überraschung war dann auch
die ersteigerte dreistufige dazu passende Wolke. Doch im Gegen-
satz zu dem früheren Auftrittsort des Orchesters - im anderen
Wohnzimmer auf der Fensterbank umgeben von Lichterketten,
war diese Raumecke sehr dunkel. Und meine Mutter überlegte
immer wieder, wie sie nun ihr Orchester von hinten beleuchten
könnte -
vielleicht sogar mit einem dreiteiligen Fenster ...

Und dieses Engelspodest führt nun über drei Stufen
zum Licht hinter der geöffneten Rundbogentür, ...

wo zwei Kinder den Weihnachtsbaum schmücken.

Der Engel mit Geschenken stammt aus einem Ebay-Shop.
Aber es ist erschreckend, wie sich seit Januar 2007 schon
wieder die Preise, teilweise sogar um einige Euro, für diese
Engel erhöht haben.
Das sehr gut erhaltene Klavier aus den
60ern konnte ich zusammen mit 3 weiteren Geschenke-Engeln

dafür sehr günstig im Frühjahr 2008 ersteigern.


Der Stern war dort zwar nicht eingeplant,
verdeckt nun aber prima
den Nagel vom
fehlenden Blumenbild
!

Über diesem Spanengel aus den 70ern freute sich
meine Mutter ganz besonders, als sie ihn in der Vase
neben dem Tischchen entdeckte. Eine Arbeitskollegin
hatte ihn damals von einem ihrer DDR-Heimatbesuche
mitgebracht und dann meiner Mutter geschenkt. Seine
Flügelspitzen hat er zwar im Laufe der Jahre verloren,
aber das ist vollkommen unwichtig.


Goldene Keramik-Kugeln, schon vor Jahren
aus dem Ramschladen mitgenommen, ein goldener
Dekoteller aus einem günstigen Ebay-Shop und ein
besonderer Stern aus Schöne's Geschenke Lädchen
verbunden durch reduziertes Potpourri aus dem
Dänischen Bettenlager ...



Fotos: SchneiderHein



Kommentare:

carola hat gesagt…

wow, das sieht richtig toll aus. - nicht dass ich deine andere deko nicht auch schön finde - aber das sind meistens sehr ausgefallene teile, die alleine schon dadurch super wirken.
aber so etwas "einfaches" wie einen schwibbogen und zwei kugeln derartig glamourös zu inszenieren, das ist schon extra wow. *du verstehst, wie ichs meine . . . ? *

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Carola
Na ja, zwischen Wunschtraum und Wirklichkeit lagen bei meiner Mutter fast 30 Jahre ...

Aber ich finde hier zeigt sich wirklich, dass sich das Sammeln und das nach und nach an einer Idee zu feilen lohnt. Denn diese Stimmung ist nicht mal eben schnell nach einer spontanen Idee zusammenkaufbar: Allein die verschiedenen künstlichen Zweige in den beiden Vasen habe ich über Jahre zusammengesammelt. Und auch so ein goldener Teller begegnet selbst mir nicht alle Tage! Ich finde es selbst immer wieder erstaunlich, wie schön sich kleine Kostbarkeiten mit günstig gekauftem Material und Dingen aus dem Ramschladen so harmonisch verbinden lassen.
Und dann braucht es schon einge gewisse Ruhe, um aus den übervollen Dekokisten doch nur wenige Teile herauszufischen anstatt einfach nur alles zusammenzutürmen. Denn die Gefahr besteht bei mir häufiger, da ich so viele Dinge aus den Kisten mag und mit sehr vielen schönen Erinnerungen verbinde. Aber es gibt ja hoffentlich zukünftig noch viele Deko-Möglichkeiten - und zum Glück auch diesen Blog zur Erinnerung an vergangene Zeiten ;-)