Mittwoch, 1. April 2009

die Kunst des langsamen Wegwerfens



Bereits im letzten Jahr zu Ostern stand hier auf der Bank
am Teich die kleinere Holz-Kiste aus dem Supermarkt.

Nur, dass sie damals mit Terracotta-Eiern und ein paar
Frühlingsblühern
in Töpfen gefüllt war. Dieses Jahr besteht
die Füllung dieser Kiste aus Gartenmaterialien, die ich im
braunschweiger Garten beim Säubern der Rabatte entfernt
hatte und anschließend 'mal eben schnell' in Hannover durch-
shreddern wollte. Dazu kam es wegen des ungemütlichen
Wetters jedoch nicht. Das Material lag jetzt immer noch - nur
inzwischen gut abgetrocknet - in der Deko-Garage. So bildet
Alyssum den Heu-Ersatz, Lavendelspitzen setzen einen grau-
blauen Farbakzent, Weidenstöckchen finden sich hier im
Garten immer & überall, die getrocknete Hortensie bildet ein
kleines Versteck und das Nest besteht aus Steinsame-Ranken.
Den Hintergrund bilden ein paar frische Berberitzenzweige,
die andere Pflanzen behinderten. Auch wenn sie bald ver-
trocknet sind, so bereichern sie hier den Material-Mix. Die
kleinen Polystone-Küken sind sogar noch viel älter, als die
Hasenfamilie am Hochbecken, und dabei ist ihr Gelb so farb-
intensiv, dass sie gern noch etwas in der Frühjahrs-Sonne
verblassen können.


Diese ehemals hellbau lackierten Eier, sind vom Außeneinsatz
inzwischen schon ganz weiß geworden. Gut geschützt liegen sie
im kleinen Nest, das gut mit Allegra's Katzen-Wolle gepolstert ist.

Der Kleine hier kuschelt sich in die Lavendel-Spitzen ...

und dieser nutzt die letzten Sonenstrahlen hinter der Hortensie.

Die Kiste mit Küken wird wohl auch noch einige Zeit nach Ostern
im Garten bleiben. Und ich vermute, dass nicht nur die Küken und
Eier diese Osterzeit gut überleben werden. Auch die Kiste mit
der Jute-Schleife wird wieder sorgsam für den nächsten Oster-
oder gar schon Herbst-Einsatz eingelagert. Vielleicht findet sich
sogar je nach Wetter noch eine Verwendung für das Alyssum-
Heu. Wegwerfen kann ein langsamer Prozess sein - vieles lässt
sich noch weiterverwenden. Denn schließlich holen sich ja auch
die Vögel immer wieder Allegra's Katzen-Wolle aus dem Nest
der Osterdeko - für ihren eigenen Nestbau ...

Fotos: S.Schneider



Kommentare:

Kleine-creative-Welt hat gesagt…

Ich beneide dich um deinen tollen Garten - die Mauer - die Bank - die Hochbeete - eine Wucht - ich wünsch mir auch noch so vieles für unseren Garten - nach und nach -
alles Gute - Ruth

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ruth
Du hast Recht, soetwas kommt nach und nach.
Im Frühjahr 1996 haben wir mit dem Garten angefangen - lange bevor wir uns an die Sanierung und auch Renovierung des Hauses gemacht haben. Erst nach dem Umbau 1999-2000 haben wir dann im Spätsommer mit dem Teich begonnen. Allerdings, jetzt haben wir die gewünschte idyllische Patina, aber sie wird wohl nicht mehr lange so bleiben können: Der Teich ist leider mit extrem wucherndem Schilf & Rohrkolben besetzt und eventuell schon undicht. Die Hochbecken reißen und auch hier scheint das agressive Schilf die Folie zu zerstören. Der Steg ist trotz sorgfältiger Holzbehandlung morsch, so dass Einsturzgefahr besteht. Allerdings hatten wir damals aus Kostengründen nur Kiefer verwendet. Die Bank leidet unter der starken Sonneneinstrahlung und Hitze vor der Mauer. Und eventuell kippt irgendwann die Mauer um, da sie ja früher die Rückwand vom Hühnerstall war - sie steht auf dünnem Fundament.
Nichts hält leider ewig! Aber trotzdem sind wir froh, dass wir es gemacht haben. Nur, da wir bei der Nacharbeitung diese gewachsene Stimmung teilweise zerstören müssen, leben wir lieber noch etwas länger mit den Schwachstellen.
Ein Garten ist eben nie fertig ...