Donnerstag, 10. Januar 2008

Flohmarktfunde

In den End 70ern und Anfang der 80er war für mich die erfolgreichste
und schönste Zeit besondere Dinge zu noch erschwinglichen Preisen
auf dem Flohmarkt zu finden. Schon immer waren diese Holz-Figuren
etwas ganz Besonderes für mich. Bei allen zeigten sich damals bereits
die Spuren der Vergangenheit, so dass hier und da der Lack ab war
oder Teile fehlten, aber das war kein Hinderungsgrund:

Seitdem ich diese beiden Figuren zusammen mit meiner Mutter auf
dem Flohmarkt entdeckt hatte, sind es meine liebsten Blumenkinder.
Und wie sich jetzt durch den kleinen grünen Aufkleber auf der
Unterseite herausstellte, sind sie sogar von Wendt & Kühn.

Auch bei diesem Mädchen mit Puppenwagen ohne Blume
hatte ich so eine Ahnung, dass sie von Wendt & Kühn kommt.
Aber da diese Sommer-Figuren in den letzten Jahren bei
meiner Mutter im Schrank schlummerten, konnte ich mich
nicht mehr ganz genau daran erinnern, wie sie aussahen.

Bei diesem Oster-Mädchen ohne Zöpfe gab nun auch der Aufkleber
Auskunft über ihre Herkunft.

Ebenso bei den Libellen. Obwohl allein schon die einzige
überlebende Blüte, die gebogenen Gräser und die Sockelform
für sich sprechen. Lange haben wir gerätselt, warum alle
Sockelplatten einen Schlitz hinter den Figuren haben. Nun
vermuten wir, dass diese Figuren nicht nur ein Steh-im-Weg
sein sollten, sondern die Funktion von Tischkartenhaltern hatten.

Nur eine der Libellen ist noch in ihrem ursprünglichen Zustand.
Alle anderen erhielten im Laufe der Zeit Ersatzflügel und leider
auch etwas Modellbau-Farbe, die sich mit den Jahren wesentlich
weniger veränderte als die vorhandenen Farbtöne. Heutzutage
bin ich froh, dass einige dieser Figuren von den Reparaturarbeiten
verschont blieben, und ihren natürlichen Charme ebenso wie ihre
Schadstellen behalten durften. Aber die Vorstellung, dass alte
Stücke irgendwann wieder neu und glänzend sein müssten, war
eben auch mal eine Zeiterscheinung, die ihre Spuren
hinterlassen hat ...

Fotos: W.Hein

Kommentare:

Luna hat gesagt…

Das sind ja tolle Fundstücke. manchmal findet man auch auf dem Flohmarkt tolle Sachen. Ich besitzte auch ein paar Blumenkinder.Ich glaube, es ist auch ein Kind mit Puppenwagen dabei. Geschenke von meiner Mutter zu meinem Geburtstag.
Ich finde ja auch immer, dass man die Sachen so lassen sollte. Meine Eltern haben früher in den 70ern mal einen uralten gedrechselten Tisch rot angemalt. Später hatte mein Vater alle Mühe, die Farbe wieder runter zu kriegen. Man sieht es zum Teil immer noch.
Für mich haben die Sachen eine besondere Ausstrahlung, denen man das Alter ansieht. Und mal ehrlich, meistens bekommt man das doch sowieso nicht unauffällig hin, etwas auszubessern. Das sieht man immer.
Liebe Grüße
Stefanie

SchneiderHein hat gesagt…

@ Stefanie
Davon könnte ich ein Lied singen - Eltern mit zu viel Farbe! Der Nähtisch, der alte Küchenschrank und und und... alles Orange mit Dunkelgrün. Es hat Tage gedauert, bis ich den Küchentisch bei uns im Garten wieder abgebeizt hatte...

Ute hat gesagt…

Mich erinnern diese Blumenkinder an meine Kindergeburtstage und meine Großtante von "drüben", die uns einige geschickt hat. Als meine Tochter klein war, habe ich die Blumenkinder geerbt und das bedauere ich nun sehr. Sie haben bei uns ziemlich gelitten, haben nach und nach Teile verloren und sind heute gar nicht mehr aufzufinden. Wenn meine Mutter sie noch hätte, könnte ich mich jetzt darüber freuen. Schade!!!

http://cieldorage.canalblog.com hat gesagt…

Oh mais quel ballet ! c'est hyper attendrissant !

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ute
So erging es mir vor ein paar Wochen bei Lis auf dem Blog 'neues vom Lindenhof', die ihre Porzellan-Puppen in einem Post vorstellte. Bis aud zwei Puppenstuben-Püppchen sind alle Puppen meiner Mutter im Müll gelandet, da ich viel zu früh ihre Puppen zum Spielen bekommen habe. Und noch dazu eine schöne rote Plastikschubkarre. Nach ein paar Metern gab es nur noch Scherben...
Und wie die Blumenkinder unter mir gelitten haben zeigt ja auch der neue Post.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ciel d'Orage
Peut-être, ils y a très charmant parce que les libellules sont de environ 1930.